Die Heizungslandschaft in Deutschland verändert sich deutlich. Während im bestehenden Wohnungsbestand Gas- und Ölheizungen weiterhin den größten Anteil ausmachen, dominieren Wärmepumpen inzwischen den Neubau. Die aktuellen Daten zeigen damit sehr deutlich, wie unterschiedlich die Heizungsstruktur im Bestand und bei neu errichteten Wohngebäuden ist.
Für 2026 liegen bereits aktualisierte Daten der Deutschen Energie-Agentur (dena) und des Statistischen Bundesamtes vor. Dabei stammen die Bestandsdaten überwiegend aus 2024, während für den Neubau inzwischen die Fertigstellungen des Jahres 2025 ausgewertet wurden.
Heizungsarten im Vergleich: Bestand und Neubau
| Heizungsart | Wohnungsbestand 2024 | Neubau 2025 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Gas | 56,1 % | 10,5 % | stark rückläufig im Neubau |
| Heizöl | 17,3 % | 0,3 % | nahezu bedeutungslos im Neubau |
| Fernwärme | 15,5 % | 8,3 % | weiterhin relevant |
| Wärmepumpe* | 4,3 % | 73,6 % | sehr stark wachsend |
| Holz | 4,1 % | 3,5 % | relativ stabil |
| Strom | 2,5 % | teilweise enthalten | geringe Bedeutung |
| Sonstige | 0,2 % | Rest | geringe Bedeutung |
* Beim Wohnungsbestand umfasst die dena-Kategorie „Elektro-Wärmepumpen, Solar-/Geothermie“ neben Wärmepumpen auch solar- und geothermische Systeme. Deshalb ist dieser Wert nicht vollständig mit dem reinen Wärmepumpenanteil im Neubau vergleichbar.
Gasheizung: Im Bestand weiterhin Nummer eins
Gas ist im deutschen Wohnungsbestand nach wie vor die mit Abstand häufigste Heizenergie. Laut dena entfielen 2024 rund 56,1 Prozent des Wohnungsbestands auf Gasheizungen. Heizöl kam auf weitere 17,3 Prozent. Zusammen entfielen damit rund drei Viertel des Bestands auf diese beiden fossilen Energieträger.
Bei neu errichteten Wohngebäuden sieht die Situation dagegen völlig anders aus. 2025 wurden nur noch 10,5 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude hauptsächlich mit Erdgas beheizt. 2024 waren es noch 15,0 Prozent und 2015 sogar 51,5 Prozent.
Damit zeigt sich ein langfristiger Strukturwandel: Der hohe Gasanteil des heutigen Gebäudebestands geht nur langsam zurück, während Gas im Neubau stark an Bedeutung verloren hat.
Ölheizung: Vom verbreiteten Bestand zur Nischentechnik im Neubau
Auch Heizöl spielt im Gebäudebestand noch eine erhebliche Rolle. 2024 wurden laut dena 17,3 Prozent der Wohnungen mit Heizöl beheizt.
Im Neubau ist Heizöl dagegen fast verschwunden. 2025 wurden lediglich 190 neu errichtete Wohngebäude mit einer Ölheizung als Hauptheizung fertiggestellt. Das entsprach nur rund 0,3 Prozent der Neubauten.
Die Diskrepanz zwischen Bestand und Neubau ist damit bei Öl besonders groß.
Wärmepumpe dominiert den Neubau
Die größte Veränderung zeigt sich bei der Wärmepumpe. 2025 wurden 73,6 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude hauptsächlich mit einer Wärmepumpe beheizt. Damit war die Wärmepumpe mit deutlichem Abstand die häufigste Heiztechnik im Neubau.
Noch höher liegt der Anteil bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei den 2025 fertiggestellten Einfamilienhäusern lag er bei 77,9 Prozent, bei Zweifamilienhäusern bei 78,4 Prozent. Bei Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohnungen waren es 52,7 Prozent.
Auch bei den Baugenehmigungen zeigt sich eine weitere Verschiebung: Von den 2025 genehmigten Wohngebäuden sollen laut Destatis 83,0 Prozent hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt werden.
Fernwärme bleibt wichtige Alternative
Fernwärme nimmt eine besondere Stellung ein. Sie ist weder mit einer klassischen Gas- oder Ölheizung im Gebäude noch mit einer individuellen Wärmepumpe gleichzusetzen.
Im Wohnungsbestand 2024 lag der Anteil der Fernwärme laut dena bei 15,5 Prozent. Damit war Fernwärme nach Gas und Heizöl eine der wichtigsten Heizenergiequellen.
Im Neubau 2025 wurden 8,3 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude hauptsächlich mit Fernwärme beheizt. Damit war Fernwärme dort die drittwichtigste Hauptenergiequelle hinter Wärmepumpe und Gas.
Besonders relevant ist Fernwärme in dicht bebauten Regionen und größeren Städten. Der BDEW weist zudem auf deutliche regionale Unterschiede bei der Nutzung von Fernwärme im Neubau hin.
Heizungsarten im Bestand 2026: Die wichtigsten Zahlen
Für den aktuellen Bestand ergibt sich damit folgendes Bild:
| Heizsystem | Anteil am Wohnungsbestand | Einordnung |
|---|---|---|
| Gas | 56,1 % | weiterhin dominierend |
| Heizöl | 17,3 % | großer Altbestand |
| Fernwärme | 15,5 % | wichtige zentrale Versorgung |
| Wärmepumpen sowie Solar-/Geothermie | 4,3 % | noch kleiner Bestandsanteil |
| Holz | 4,1 % | ergänzende bzw. alternative Heizquelle |
| Strom | 2,5 % | vergleichsweise geringe Bedeutung |
| Sonstige | 0,2 % | marginal |
Die Daten beziehen sich auf den Wohnungsbestand 2024 mit insgesamt rund 43,6 Millionen Wohnungen mit vorhandener Heizung.
Neubau 2025: Wärmepumpe vor Gas und Fernwärme
Bei den fertiggestellten Wohngebäuden 2025 verschieben sich die Verhältnisse deutlich:
| Heizsystem | Anteil Neubau 2025 | Rang nach Anteil |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 73,6 % | 1 |
| Gas | 10,5 % | 2 |
| Fernwärme | 8,3 % | 3 |
| Holz/Pelletheizung | 3,5 % | weitere |
| Heizöl | 0,3 % | weitere |
Die Angaben beziehen sich auf die hauptsächliche Heizenergiequelle der 2025 fertiggestellten Wohngebäude.
Warum unterscheiden sich Bestand und Neubau so stark?
Der heutige Gebäudebestand ist das Ergebnis mehrerer Jahrzehnte Bau- und Sanierungsgeschichte. Viele Gebäude wurden zu einer Zeit errichtet, als Gas- und Ölheizungen Standard waren. Ein Austausch erfolgt außerdem nicht automatisch bei jedem Gebäude gleichzeitig.
Beim Neubau können dagegen moderne Heizsysteme bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Dadurch lässt sich der technologische Wandel dort wesentlich schneller beobachten.
Die Entwicklung ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass der Neubau allein die Heizungsstruktur Deutschlands nicht kurzfristig verändert. Selbst wenn Wärmepumpen bei neuen Gebäuden inzwischen dominieren, bleiben Gas- und Ölheizungen aufgrund der großen Zahl bestehender Anlagen noch über viele Jahre relevant.
Wärmewende zeigt sich vor allem bei neuen Gebäuden
Die Statistik für 2026 macht den Unterschied besonders deutlich: Im Bestand dominiert weiterhin Gas, während im Neubau die Wärmepumpe den Markt prägt.
Nach Angaben der dena lagen Gasheizungen im Wohnungsbestand 2024 bei 56,1 Prozent, Heizöl bei 17,3 Prozent und Fernwärme bei 15,5 Prozent. Der Anteil von Wärmepumpen sowie Solar- und Geothermieanlagen lag in der zusammengefassten Kategorie bei 4,3 Prozent.
Bei den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden erreichte die Wärmepumpe dagegen bereits 73,6 Prozent. Gas kam auf 10,5 Prozent, Fernwärme auf 8,3 Prozent und Öl lediglich auf 0,3 Prozent.
Fazit zur Heizungsarten Statistik 2026
Die Heizungsstatistik zeigt einen deutlichen Generationenunterschied zwischen bestehenden Gebäuden und Neubauten. Gas und Öl bestimmen weiterhin den deutschen Heizungsbestand, während Wärmepumpen im Neubau inzwischen die mit Abstand häufigste Heiztechnik sind. Fernwärme bleibt sowohl im Bestand als auch im Neubau eine bedeutende Alternative, insbesondere in dichter bebauten Gebieten.
Für die Interpretation der Zahlen ist allerdings wichtig, dass Bestands- und Neubauwerte aus unterschiedlichen Statistiken und teilweise unterschiedlichen Bezugsgrößen stammen. Ein direkter Vergleich ist daher als Trendvergleich sinnvoll, nicht als vollständig einheitliche Marktstatistik.