Die Wohneigentumsquote ist ein wichtiger Indikator für den Immobilienmarkt. Sie zeigt, welcher Anteil der Haushalte beziehungsweise der Bevölkerung in den eigenen vier Wänden lebt. Deutschland nimmt innerhalb Europas seit Jahren eine besondere Stellung ein: Während in den meisten EU-Staaten die Mehrheit der Bevölkerung im selbst genutzten Wohneigentum lebt, ist in Deutschland das Wohnen zur Miete weiterhin verbreiteter.
Für 2026 ist allerdings zwischen verschiedenen statistischen Definitionen zu unterscheiden. Die aktuellste europaweit vergleichbare Eurostat-Auswertung bezieht sich auf das Jahr 2024. Für Deutschland liegen außerdem detaillierte Ergebnisse aus dem Zensus 2022 und dem Mikrozensus 2022 vor. Die folgenden Zahlen sollten daher nicht als eine Prognose für eine noch nicht veröffentlichte Eigentumsquote 2026 verstanden werden.
Eigentümerquote Deutschland 2026: Die wichtigsten Zahlen
Nach den aktuellsten verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Eigentumsquote in Deutschland 2022 bei 41,9 % der Haushalte. Dabei wird der Anteil der Eigentümerhaushalte an allen Haushalten in bewohnten Wohnungen betrachtet.
Eurostat betrachtet dagegen die Bevölkerung nach dem Wohnstatus. Für 2024 lebten in Deutschland 47 % der Bevölkerung in einem Haushalt, der die Wohnung oder das Haus selbst besaß. 53 % lebten zur Miete. Damit war Deutschland das einzige EU-Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung in Mietwohnungen lebte.
| Kennzahl | Deutschland | Datenstand |
|---|---|---|
| Eigentumsquote der Haushalte | 41,9 % | 2022 |
| Mieterhaushalte | 58,1 % | 2022 |
| Bevölkerung im selbst genutzten Eigentum | ca. 47 % | 2024 |
| Bevölkerung in Mietverhältnissen | ca. 53 % | 2024 |
| EU-Bevölkerung im selbst genutzten Eigentum | 68 % | 2024 |
| EU-Bevölkerung zur Miete | 32 % | 2024 |
Die unterschiedlichen Werte von 41,9 % und rund 47 % sind kein Widerspruch. Sie beruhen auf unterschiedlichen statistischen Einheiten und Methoden: Destatis betrachtet Haushalte, Eurostat die Bevölkerung nach Wohnstatus.
Eigentumsquote nach Bundesländern
Die Unterschiede innerhalb Deutschlands sind erheblich. Die aktuellste detaillierte amtliche Länderstatistik stammt aus dem Mikrozensus 2022.
| Bundesland | Eigentumsquote 2022 |
|---|---|
| Saarland | 59,7 % |
| Rheinland-Pfalz | 50,9 % |
| Niedersachsen | 49,0 % |
| Baden-Württemberg | 48,5 % |
| Bayern | 45,8 % |
| Schleswig-Holstein | 45,7 % |
| Brandenburg | 44,3 % |
| Hessen | 42,5 % |
| Sachsen-Anhalt | 42,4 % |
| Thüringen | 42,1 % |
| Deutschland | 41,9 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 38,0 % |
| Nordrhein-Westfalen | 38,6 % |
| Sachsen | 34,5 % |
| Bremen | 32,0 % |
| Hamburg | 20,3 % |
| Berlin | 15,9 % |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2022.
An der Spitze der Bundesländer steht das Saarland mit einer Eigentumsquote von 59,7 %. Rheinland-Pfalz erreicht 50,9 %, Niedersachsen 49,0 % und Baden-Württemberg 48,5 %.
Besonders niedrig ist die Eigentumsquote in den Stadtstaaten. Berlin kommt auf 15,9 %, Hamburg auf 20,3 % und Bremen auf 32,0 %.
Warum ist die Eigentümerquote in Städten niedriger?
Zwischen Stadt und Land besteht ein deutliches Gefälle.
Großstädte haben einen hohen Anteil an Mietwohnungen. Gründe dafür sind unter anderem die hohe Bevölkerungsdichte, ein großer Bestand an Mehrfamilienhäusern sowie höhere Grundstücks- und Immobilienpreise.
Berlin ist hierfür ein besonders deutliches Beispiel. Nach dem Mikrozensus 2022 lag die Eigentumsquote der Haushalte bei lediglich 15,9 %. In Hamburg waren es 20,3 %.
In vielen ländlichen Regionen ist dagegen das Einfamilienhaus stärker verbreitet. Grundstücke sind außerhalb der großen Ballungsräume häufig günstiger, und der Anteil selbst genutzter Häuser ist entsprechend höher.
Stadt-Land-Gefälle bei der Wohneigentumsquote
Auch die Zensusdaten bestätigen das deutliche Stadt-Land-Gefälle.
Bei den Wohnungen wurden 2022 im Saarland rund 59 % von Eigentümerinnen und Eigentümern bewohnt. Rheinland-Pfalz kam auf etwa 54 %, Baden-Württemberg auf 52 % und Niedersachsen auf 51 %.
Demgegenüber lagen Berlin mit 16 %, Hamburg mit 22 % und Sachsen mit 34 % deutlich niedriger.
Auf Kreisebene werden die Unterschiede noch größer. Die höchsten Eigentumsquoten wurden beispielsweise in der Südwestpfalz mit 73 % sowie in St. Wendel und Freyung-Grafenau mit jeweils 72 % ermittelt. Besonders niedrige Werte gab es dagegen in Großstädten wie Leipzig mit 14 %, Rostock mit 15 % und Berlin mit 16 %.
Eigentümerquote Deutschland im europäischen Vergleich
Der europäische Vergleich zeigt die besondere Position Deutschlands noch deutlicher.
Nach Eurostat lebten 2024 durchschnittlich 68 % der Bevölkerung in der EU in einem selbst genutzten Eigentum. 32 % lebten zur Miete.
Deutschland lag mit rund 47 % Eigentümeranteil deutlich darunter. In Deutschland lebten somit mehr Menschen zur Miete als im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung.
| Land bzw. Region | Eigentumsquote der Bevölkerung 2024 ca. |
|---|---|
| Rumänien | 94 % |
| Slowakei | 93 % |
| Ungarn | 92 % |
| Kroatien | 91 % |
| Litauen | sehr hoch |
| Polen | sehr hoch |
| Bulgarien | sehr hoch |
| Italien | hoch |
| Spanien | hoch |
| Frankreich | mittleres bis hohes Niveau |
| Niederlande | mittleres bis hohes Niveau |
| Dänemark | 61 % |
| Österreich | 54 % |
| Deutschland | 47 % |
| EU-27 | 68 % |
Die höchsten Eigentumsanteile innerhalb der EU verzeichneten 2024 Rumänien mit 94 %, die Slowakei mit 93 % und Ungarn mit 92 %. Deutschland bildete mit rund 47 % das Ende der EU-Verteilung. Österreich lag bei 54 %, Dänemark bei 61 %.
Deutschland ist das einzige EU-Land mit einer Mietmehrheit
Ein bemerkenswerter Befund der Eurostat-Statistik 2024 ist, dass Deutschland das einzige EU-Land war, in dem die Mehrheit der Bevölkerung zur Miete wohnte.
In Deutschland waren 53 % der Bevölkerung Mieter. Österreich folgte mit 46 % und Dänemark mit 39 %. In der EU insgesamt lebten dagegen nur 32 % zur Miete.
Damit unterscheidet sich der deutsche Wohnungsmarkt strukturell deutlich von vielen anderen europäischen Ländern.
Eigentumsquote Europa Tabelle 2026
Für einen schnellen Überblick lässt sich der europäische Vergleich folgendermaßen zusammenfassen:
| Land | Eigentumsanteil 2024 |
|---|---|
| Rumänien | 94 % |
| Slowakei | 93 % |
| Ungarn | 92 % |
| Kroatien | 91 % |
| Bulgarien | ca. 87 % |
| Polen | ca. 87 % |
| Litauen | ca. 89 % |
| Lettland | ca. 83 % |
| Malta | ca. 82 % |
| Estland | ca. 81 % |
| Portugal | ca. 78 % |
| Tschechien | ca. 78 % |
| Slowenien | ca. 76 % |
| Spanien | ca. 75 % |
| Italien | ca. 73 % |
| Belgien | ca. 71 % |
| Niederlande | ca. 70 % |
| Finnland | ca. 70 % |
| Irland | ca. 70 % |
| Frankreich | ca. 64–65 % |
| Schweden | ca. 64–65 % |
| Dänemark | ca. 61 % |
| Österreich | ca. 54 % |
| Deutschland | ca. 47 % |
| EU-27 | 68 % |
Die gerundeten Länderwerte basieren auf der Eurostat-Auswertung zur Verteilung der Bevölkerung nach Wohnstatus für 2024.
Eigentum ohne Kredit und Eigentum mit Finanzierung
Eurostat unterscheidet zusätzlich zwischen Eigentümern, die noch einen Hypotheken- oder Wohnkredit zurückzahlen, und Eigentümern ohne entsprechende Zahlungsverpflichtung.
Für die EU insgesamt lebten 2024 rund 44 % der Bevölkerung in einer vollständig abbezahlten Eigentumswohnung beziehungsweise einem entsprechenden Eigentum. Weitere 24 % lebten in Eigentum, für das noch ein Hypotheken- oder Wohnkredit bestand.
Zusammen ergibt sich daraus die Eigentumsquote von 68 %.
Diese Unterscheidung ist für die Bewertung der Wohnkosten interessant. Zwei Haushalte können statistisch beide als Eigentümer gelten, obwohl einer sein Haus vollständig abbezahlt hat und der andere noch über Jahrzehnte einen Immobilienkredit zurückzahlt.
Warum ist die Eigentumsquote in Deutschland so niedrig?
Die vergleichsweise niedrige Wohneigentumsquote Deutschlands hat mehrere mögliche strukturelle Ursachen. Dazu gehören insbesondere:
- hohe Immobilienpreise in vielen Ballungsräumen
- hohe Grundstückspreise
- vergleichsweise hohe Kaufnebenkosten
- ein großer Mietwohnungsbestand
- traditionell starker Mietwohnungsmarkt
- hohe Anforderungen an Eigenkapital und Finanzierung
- hohe Bau- und Finanzierungskosten
- ein hoher Anteil von Mehrfamilienhäusern in Städten
Dabei sollte die Eigentumsquote nicht isoliert betrachtet werden. Ein niedriger Eigentumsanteil bedeutet nicht automatisch, dass Haushalte schlechter wohnen. Entscheidend sind auch Mietniveau, Wohnfläche, Wohnqualität, Einkommen, soziale Sicherung und die Verfügbarkeit von Wohnraum.
Eigentumsquote und Immobilienkauf
Die Entwicklung der Eigentumsquote hängt unter anderem davon ab, wie leicht Haushalte eine Immobilie erwerben und finanzieren können.
Gerade in Ballungsräumen stehen hohe Kaufpreise einem begrenzten verfügbaren Einkommen gegenüber. Gleichzeitig kann ein stark ausgeprägter Mietwohnungsmarkt dazu führen, dass Haushalte dauerhaft zur Miete wohnen.
In ländlichen Regionen ist der Zugang zu Wohneigentum teilweise leichter, wobei dort andere Faktoren wie Arbeitsplatzangebot, Infrastruktur und Bevölkerungsentwicklung eine größere Rolle spielen können.
Familien haben eine höhere Eigentumsquote
Bei Familien ist der Anteil des selbst genutzten Wohneigentums deutlich höher als im Durchschnitt aller Haushalte.
Nach dem Zensus 2022 lebten in Deutschland rund 12,4 Millionen Familien im selbst genutzten Eigentum. Das entsprach 57 % aller Familien. Bei Paaren mit Kindern lag der Anteil sogar bei 62 %.
Auch hier zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Bei Paaren mit Kindern lag der Eigentumsanteil im Saarland bei 74 %, während er in Berlin lediglich 25 % erreichte.
Eigentumsquote Deutschland: Entwicklung und Datenstand
Beim Vergleich verschiedener Jahre ist Vorsicht geboten. Das Statistische Bundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Mikrozensus-Ergebnisse 2022 wegen methodischer Veränderungen nicht ohne Weiteres mit den Vorjahren vergleichbar sind. Die Eigentumsquote von 41,9 % sollte daher als aktueller amtlicher Referenzwert des Mikrozensus 2022 verwendet werden und nicht einfach als Fortsetzung einer älteren Zeitreihe interpretiert werden.
Für die europäische Betrachtung stehen dagegen harmonisierte Eurostat-Daten bis 2024 zur Verfügung. Die im Februar 2026 veröffentlichte Eurostat-Auswertung bestätigt die weiterhin besondere Stellung Deutschlands beim Verhältnis von Eigentum und Miete.
Eigentümerquote Deutschland 2026: Übersicht
| Vergleich | Wert | Datenstand |
|---|---|---|
| Deutschland, Eigentümerhaushalte | 41,9 % | Mikrozensus 2022 |
| Deutschland, Mieterhaushalte | 58,1 % | Mikrozensus 2022 |
| Deutschland, Bevölkerung im Eigentum | ca. 47 % | Eurostat 2024 |
| Deutschland, Bevölkerung zur Miete | 53 % | Eurostat 2024 |
| EU-27, Bevölkerung im Eigentum | 68 % | Eurostat 2024 |
| EU-27, Bevölkerung zur Miete | 32 % | Eurostat 2024 |
| Saarland, Eigentümerhaushalte | 59,7 % | Mikrozensus 2022 |
| Rheinland-Pfalz | 50,9 % | Mikrozensus 2022 |
| Baden-Württemberg | 48,5 % | Mikrozensus 2022 |
| Bayern | 45,8 % | Mikrozensus 2022 |
| Berlin | 15,9 % | Mikrozensus 2022 |
| Hamburg | 20,3 % | Mikrozensus 2022 |
Fazit: Eigentümerquote Deutschland im Vergleich
Deutschland weist im europäischen Vergleich weiterhin eine ungewöhnlich niedrige Wohneigentumsquote auf. Nach Eurostat lebten 2024 rund 47 % der Bevölkerung in einem selbst genutzten Eigentum, während 53 % zur Miete wohnten. Im EU-Durchschnitt waren dagegen 68 % Eigentümer und 32 % Mieter.
Auch innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede groß. Das Saarland erreichte 2022 bei der Eigentumsquote der Haushalte 59,7 %, während Berlin lediglich auf 15,9 % kam. Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Baden-Württemberg lagen ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 41,9 %.
Für 2026 sollte deshalb immer auf den Datenstand geachtet werden. Eine amtliche, bundesweit vergleichbare Eigentümerquote für das Kalenderjahr 2026 liegt noch nicht vor. Die aktuellsten europäischen Vergleichsdaten stammen aus 2024, während die detaillierte deutsche Länderstatistik des Mikrozensus auf 2022 basiert.
Quellen und weiterführende Informationen
- Statistisches Bundesamt – Eigentumsquote nach Bundesländern
- Statistisches Bundesamt – Wohnen in Deutschland
- Statistisches Bundesamt – Zensus 2022: Wohneigentum und Familien
- Eurostat – 68 % der EU-Bevölkerung leben im Eigentum, Daten 2024
- Eurostat – Housing in Europe 2025
- Eurostat – Wohnstatus nach Ländern, Datensatz ILC_LVHO02