Deutschland in Zahlen 2026 Wie viele Menschen leben aktuell im Land

Deutschland in Zahlen 2026: Wie viele Menschen leben aktuell im Land?

Wer heute nach der Einwohnerzahl Deutschlands fragt, bekommt keine ganz einfache Antwort mehr. Denn zum ersten Mal seit Jahren wächst die Bevölkerung nicht mehr, sondern schrumpft leicht. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigt, warum.

Die aktuelle Einwohnerzahl

Nach der jüngsten amtlichen Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis) lebten zum 31. März 2026 rund 83,4 Millionen Menschen in Deutschland. Damit ist die Bevölkerung im ersten Quartal 2026 um 0,1 Prozent beziehungsweise rund 104.000 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beträgt der Rückgang sogar 0,2 Prozent, also etwa 154.000 Menschen weniger als noch zwölf Monate zuvor.

Von diesen 83,4 Millionen Menschen waren rund 42,2 Millionen Frauen und 41,1 Millionen Männer – Frauen stellen damit mit 50,7 Prozent weiterhin die knappe Mehrheit.

Warum die Bevölkerung schrumpft

Zum Jahresende 2025 zählte Destatis rund 83,5 Millionen Einwohner – etwa 100.000 weniger als Ende 2024 (83,6 Millionen). Das ist bemerkenswert, denn zwischen 2011 und 2024 war die Bevölkerung – mit Ausnahme des ersten Corona-Jahres 2020 – durchgehend gewachsen. Vor 2025 gab es zuletzt in den Jahren 2003 bis 2010 einen dauerhaften Rückgang.

Zwei Faktoren bestimmen die Bevölkerungsentwicklung: das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen sowie die Zu- und Abwanderung.

Das Geburtendefizit wächst. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen, als geboren werden. 2025 standen rund 650.000 Geburten etwa 1,00 Millionen Sterbefällen gegenüber – ein Defizit von 350.000 Personen, das damit bereits im vierten Jahr in Folge über 300.000 liegt.

Die Zuwanderung reicht nicht mehr aus, um das auszugleichen. In den Vorjahren konnte die Nettozuwanderung dieses Geburtendefizit stets überkompensieren. 2025 brach sie jedoch um mindestens 40 Prozent ein – von 430.183 Personen im Jahr 2024 auf schätzungsweise 220.000 bis 260.000 Personen. Als Gründe nennt Destatis unter anderem den Rückgang der Zahl ukrainischer Schutzsuchender. Damit konnte die Zuwanderung das Geburtendefizit erstmals seit 2020 nicht mehr ausgleichen, und die Gesamtbevölkerung sank.

Wichtig: vorläufige Zahlen

Die Werte für 2025 und das erste Quartal 2026 sind vorläufige Schätzungen. Sie basieren auf den bis dahin verfügbaren monatlichen Angaben zu Geburten, Sterbefällen sowie Zu- und Fortzügen, während fehlende Monatswerte geschätzt wurden. Die endgültigen, um Zensus-Effekte bereinigten Zahlen für 2025 sollen laut Destatis im Sommer 2026 veröffentlicht werden.

Einordnung

Deutschland bleibt mit rund 83 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union. Doch der jetzt erstmals seit fünf Jahren wieder sichtbare Rückgang zeigt, wie stark das Land demografisch von Zuwanderung abhängt: Ohne einen ausreichenden Wanderungsüberschuss würde die Bevölkerungszahl allein wegen des strukturellen Geburtendefizits kontinuierlich sinken. Ob sich der Trend 2026 fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Zuwanderungszahlen im weiteren Jahresverlauf entwickeln.


Quellen

Stand der Zahlen: August 2026. Da das Statistische Bundesamt die Werte für 2025 im Sommer 2026 final revidiert, können sich einzelne Angaben noch leicht ändern.