Fernsehen bleibt trotz wachsender Konkurrenz durch Streaming‑Anbieter auch im Jahr 2026 ein relevanter Bestandteil der Mediennutzung in Deutschland – allerdings mit deutlichen Veränderungen in der Art und Weise, wie Menschen Inhalte konsumieren. Während klassische lineare Programme weiterhin Reichweite haben, verschiebt sich der Fokus zunehmend auf digitale Angebote und mobile Nutzung.
Im Folgenden findest du wichtige Zahlen, Entwicklungen und Trends zur Fernsehnutzung in Deutschland im Jahr 2026.
Fernsehnutzung insgesamt
Nach aktuellen Auswertungen der AGF‑Videoforschung gehört Fernsehen – verstanden als Bewegtbildnutzung inklusive linearem TV und zeitversetzter Nutzung – weiterhin zu den am meisten genutzten Medien in Deutschland. Laut einer Jahresbilanz zur Bewegtbildnutzung 2025 schauten im Durchschnitt über 43 Millionen Menschen täglich Inhalte im klassischen Fernsehen (mindestens eine Minute), was rund 55 Prozent der Bevölkerung ab 3 Jahren entspricht. Diese Zahl zeigt: trotz Rückgang bleibt Fernsehen für viele Teil des Alltags. (AGF)
Reichweite großer Sender und Programme
Auch 2026 erreichen etablierte Programme weiterhin große Zuschauerzahlen:
• Die „Tagesschau“ schaffte es laut AGF‑Daten mit durchschnittlich fast 9,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Hauptausgabe auf hohe Reichweiten – trotz rückläufiger linearer Nutzung. (DWDL.de)
• Regionale und nationale Sender behalten Marktanteile, auch wenn sich die Nutzung in jüngeren Zielgruppen stärker auf Streaming‑ und Online‑Videos verlagert. (AGF)
Nutzung nach Alter und Konsumform
Die klassische Fernsehnutzung unterscheidet sich stark nach Altersgruppen und Konsumform:
1. Ältere Zielgruppen
Bei Menschen über 50 Jahren bleibt lineares Fernsehen ein dominantes Medium. Ein großer Teil der Video‑Nutzung über 70 % entfällt bei dieser Altersgruppe auf Live‑TV. (WifiTalents)
2. Jüngere Zielgruppen
Jüngere Zuschauer nutzen häufiger Online‑Angebote. Streaming‑Dienste überholen im Gesamtmarkt bereits die lineare TV‑Nutzung: Rund 87 % der Erwachsenen nutzen Video‑Streaming‑Dienste, während weiterhin etwa 86 % klassisches Fernsehen schauen – ein Zeichen für den parallelen Medienwandel. (senalnews.com)
Fernsehnutzung vs. Streaming
Ein wichtiger Trend 2026 ist die Verschiebung des Konsums von klassischen TV‑Programmen zu internetbasierten Angeboten:
• Die Nutzung von Streaming‑Plattformen (Netflix, YouTube, Amazon Prime Video & Co.) ist in der Bevölkerung teilweise sogar höher als die Nutzung von linearem Fernsehen. (senalnews.com)
• Besonders jüngere Zuschauer ziehen On‑Demand‑Formate vor, während lineares TV bei aktuellen Nachrichten, Sportübertragungen oder regionalen Programmen weiterhin Reichweite erzielt. (VideoWeek)
Fernseher und Empfangsarten
Weitere Entwicklungen zeigen sich beim technischen Empfang:
• In Deutschland gibt es etwa 38 Millionen Haushalte mit einem TV‑Gerät, wobei ein Großteil über Smart‑TVs Fernsehen konsumiert. (WifiTalents)
• Kabel und Satellit bleiben verbreitet, aber Internet‑basierte TV‑Empfangswege gewinnen weiter an Bedeutung. (AGF)
Trends in der Fernsehnutzung 2026
1. Fragmentierung der Mediennutzung
Viele Menschen schauen nicht „nur Fernsehen“, sondern kombinieren lineares TV mit Mediatheken, Streaming und Videoplattformen. (AGF)
2. Live‑Events halten Zuschauer
Trotz des generellen Rückgangs linearer TV‑Nutzung erleben besonders Livesendungen – etwa Sportereignisse oder Nachrichten‑Highlights – weiterhin hohe Einschaltquoten. (DWDL.de)
3. Technologische Veränderungen
Smart‑TVs, Internet‑App‑Integration und Streaming‑Zugänge über mobile Geräte verändern die Nutzungssituation, was junge Zuschauer stärker vom klassischen TV wegführt. (senalnews.com)
Fazit
Auch im Jahr 2026 schauen viele Menschen in Deutschland Fernsehen – sei es klassisch über lineares TV oder zunehmend über digitale Kanäle und hybride Geräte. Wichtige Trends sind:
- Rund über 40 Millionen Menschen sehen täglich traditionelle TV‑Programme oder kombinieren diese mit digitalen Angeboten. (AGF)
- Klassisches Fernsehen bleibt besonders bei älteren Zuschauergruppen stark, während jüngere Zielgruppen auf Streaming und On‑Demand‑Inhalte setzen. (senalnews.com)
- Große TV‑Formate wie Nachrichtensendungen erzielen weiterhin hohe Reichweiten, auch wenn sich die Nutzungsformen verändern. (DWDL.de)
Insgesamt zeigt sich: Fernsehen ist 2026 nicht verschwunden, aber es findet in einem Medienmix statt, der klassische und digitale Inhalte immer stärker verbindet.
Quellen
- https://www.agf.de/en/data/tv-data
- https://www.agf.de/fileadmin/agf/service/Pressemitteilungen/2026/260108_PM_Jahresbilanz/260121_AGF__PM__Video_Jahres_Bilanz_2025.pdf
- https://www.dwdl.de/zahlenzentrale/105132/nachrichtenquoten_tagesschau_mit_rekordmarktanteil/
- https://wifitalents.com/germany-media-industry-statistics/
- https://senalnews.com/en/research/germany-streaming-surpasses-linear-tv-as-mobile-viewing-and-free-content-redefine-the-market
